ARTIST TALK MIT ROBERT GABRIS & BETTINA SIEGELE

Robert Gabris. Foto: Michal Blecha

In der Werkserie My Country, My Blood von Robert GABRIS, die auch in der aktuellen Ausstellung Gestures of Affection in der Neuen Galerie Innsbruck zu sehen ist, nützt der Künstler Emotionen, um sich rationalisierte und standardisierte (Ver-)Messungsmethoden anzueignen. Emotionen dienen ihm dabei als inneres Leitsystem und als Kompass, die verschiedensten Silhouetten der inneren Landschaft abzubilden. Diese Linien repräsentieren sowohl Ablehnung und Verachtung von Grenzen, als auch eine individuelle Karte der Liebe und Sanftheit.

Garbris Zeichnungen spiegeln eine Sehnsucht nach einer Rückkehr nach Hause wider, einem utopischen Ort frei von Ablehnung und Hass. Physische Standpunkte werden in den Arbeiten peripher; die metaphysischen Lokalisierungen rücken ins Zentrum. Auch mit dem Hintergrundwissen um das Engagement des Künstlers für die Roma-Community, der Robert Gabris sich auch selbst angehörig fühlt, versinnbildlicht seine Arbeit in der Ausstellung was die Autorin Alva Gotby als eine Ausgleichshandlung emotionaler Reproduktion marginalisierter Gruppen bezeichnet: Rassismus, Homophobie und Transphobie können schwerwiegende emotionale Auswirkungen haben und nicht selten suchen diese Heilung innerhalb der Community.

Robert Gabris, geboren in der ehemaligen Tschechoslowakei, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der Hochschule für Musische Künste in Bratislava (SK) und der Akademie der Bildenden Künste Wien. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich mit multiplen Fragen zu Identität, Queerness und Marginalisierung in normativen Gesellschaftsstrukturen. Die Zeichnung als experimentelle Form, dient dabei als Methode des Widerstands gegen Ausgrenzung und Rassismus. Neben der Zeichnung, bedient sich der Künstler unterschiedlichster Medien: von Prosagedichten, Performance bis hin zu skulpturalen Objekten. Als Teil der Roma-Community engagiert er sich zudem stark für die Community. Zuletzt waren seine Arbeiten u.a. im Rahmen der Bergen Assembly / Bergen (NOR), der Temporary Gallery, Köln (DEU), The Elizabeth Foundation for the Arts in New York (USA) und der documenta fifteen, Kassel (DEU) zu sehen. Robert Gabris ist aktueller Preisträger des Belvedere 21 Art Awards.
www.robertgabris.com

GESTURES OF AFFECTION
Laura Cemin, Robert Gabris, Anna Lerchbaumer, und caner teker

kuratiert von Bettina Siegele

Die Ausstellung Gestures of Affection widmet sich der Praxis des Liebens, der Zärtlichkeit als affirmatives Handeln und dem Körper als Zentrum von Utopien. Sie versammelt künstlerische Positionen, die diese Konzepte neu verhandeln und damit Prozesse in Gang setzen, die die vorherrschenden patriarchalen Strukturen in Frage stellen und neue Wege erkunden, uns selbst, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt auf eine zärtlichere Weise zu begegnen. Gestures of Affection ist die erste eigens für die Tiroler Künstler:innenschaft kuratierte Ausstellung der neuen Kuratorin und Geschäftsleiterin Bettina Siegele.

 

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