Pressemitteilung: Barbara Mahlknecht und Johannes Reisigl neue Programm- und Geschäftsleitung für das Künstler*innenhaus Büchsenhausen

Foto: Verena Nagl

Barbara Mahlknecht und Johannes Reisigl neue Programm- und Geschäftsleitung für das Künstler*innenhaus Büchsenhausen

Der Vorstand und das Team der Künstler*innen Vereinigung Tirol freuen sich, bekanntzugeben, dass Barbara Mahlknecht und Johannes Reisigl die Position der Programm- und Geschäftsleitung des Künstler*innenhauses Büchsenhausen übernehmen werden.

Das Duo wird die Position im Februar 2026 antreten, die seit dem plötzlichen Ableben des langjährigen Leiters Andrei Siclodi im Jahr 2025 vakant war. Gemeinsam mit Bettina Siegele, künstlerische Leiterin und Geschäftsleitung Kunstpavillon & Neue Galerie, werden Mahlknecht und Reisigl die Agenden der Künstler*innen Vereinigung Tirol im Auftrag des Vorstands weiterführen. Im Zuge eines mehrstufigen Auswahlverfahrens haben sich die Beiden unter 32 Bewerber*innen, von denen sieben zu einem Interview eingeladen worden sind, durchgesetzt.

In der Begründung der Entscheidung durch den Vorstand der Künstler*innen Vereinigung Tirol heißt es: „Barbara Mahlknecht und Johannes Reisigl überzeugten durch ihre umfassende fachliche Expertise, die Erfahrung in unterschiedlichen institutionellen und freien Kontexten sowie die Fähigkeit, lokale künstlerische Fragestellungen mit überregionalen und internationalen Perspektiven zu verbinden. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von kollaborativem Denken, vermittelnder Praxis und diskriminierungskritischem Arbeiten. Beide sind der Künstler*innen Vereinigung Tirol eng verbunden: Barbara Mahlknecht kuratierte 2016 gemeinsam mit Georgia Holz eine Ausstellung anlässlich des 70-jährigen Jubiläums, Johannes Reisigl wird 2026 das Ausstellungs- und Programmformat zum 80-jährigen Bestehen gestalten. ”

Zu seinem Antritt äußert sich das Duo wie folgt: „In Würdigung der Arbeit von Andrei Siclodi wollen wir einen behutsamen Übergang gestalten, der auf Kontinuität genauso wie auf Weiterentwicklung setzt. Dazu gehören eine umfassende Bestandsaufnahme der Gegebenheiten sowie eine öffentliche kuratorische Forschung, die Wissen und Erfahrungen vieler Menschen einbindet. Ziel ist es, so eine gemeinsame Vision für die Zukunft des Künstler*innenhauses Büchsenhausen zu erarbeiten und schrittweise umzusetzen. ”

Biografien

Mag. Barbara Mahlknecht MA (*1978, Bozen/Südtirol) ist Kuratorin, Kunstvermittlerin, Forschende und Autorin. Sie lebt in Wien. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit Fragen von Sorgearbeit und sozialer Reproduktion, kritischer Pädagogik, feministischen Kämpfen, Politiken des Erinnerns und dem Archiv. Sie engagiert sich für Räume und Praxisformen, in denen Fürsorge, Zusammenarbeit und Kollektivität im Mittelpunkt stehen. Von 2014–2022 lehrte und forschte sie zunächst als Universitätsassistentin, dann als Senior Scientist an der Akademie der bildenden Künste Wien. In diesem Kontext begleitete sie das internationale Ausstellungs- und Publikationsprojekt Hungry for Time des Kurator*innentrios Raqs Media Collective (2021-2022) und co-kuratierte die Ausstellung Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung (2016) mit Elke Krasny. Sie lehrte 2017–2019 am Piet Zwart Institute/Willem de Kooning Academy Rotterdam und war als externe Kritikerin u.a. für die Universität für Angewandte Kunst Wien, die Malmö Academy und die Hochschule für Bildende Künste Bern tätig. Von 2009 bis 2014 leitete sie die Bereiche Kunstvermittlung, Kommunikation und Marketing der Generali Foundation; 2007–2008 war sie für die Kunstvermittlung an der Manifesta7 in Trentino/Südtirol mitverantwortlich. Zu ihren jüngsten kuratorischen Projekten gehören u.a. die Konferenz Reviving Feminist Struggles: Growing New Worlds, 2024 kuratiert an der SOAS University London, an den MayDay Rooms-Archiven und der Feminist Library; die sozialen Kunstprojekte im öffentlichen Raum in Wien, Ecologies of Mothering (2025/26) und Mothering Communities (2023), gefördert von Shift Basis Kultur, sowie die Veranstaltungsreihe La lotta non è finita. Donne, corpi, lavoro, memoria durchgeführt 2023 am Museum des 20. Jahrhunderts, Mestre/Venedig. Derzeit forscht und publiziert sie zur Funktion und Bedeutung von Sorgearbeit in Rückbesinnung auf die politische Analyse und die feministischen Kämpfe von „Lohn für Hausarbeit“ im Italien der 1970er Jahre und schließt dazu 2026 ihre Dissertation an der Goldsmiths University London ab. Sie hält Vorträge und publiziert international, zuletzt zur feministischen Bewegung und Kunstproduktion im Italien der 1970er Jahre (hg. von Katy Deepwell und Alexandra Kokoli, Valiz, 2026) sowie zu Fürsorge und Kritik in der Kunstvermittlung (hg. von Iris Laner, Zeitschrift Kunst Medien Bildung, 2025).

Johannes Reisigl MA (*1995, Hall in Tirol) ist freier Kulturarbeiter mit Wohnsitz in Innsbruck. Aktuell ist er Mitinitiator des neuen Alpine Changemaker Network unter der Leitung von CIPRA International zur ökosozialen Transformation im Alpenraum und Gastkurator bei Dogo Residenz für Neue Kunst (CH) mit Fokus auf Kunst und Natur im öffentlichen Raum. Seit 2021 ko-organisiert Reisigl mit der Rural Commons Assembly translokale Versammlungen von Kunst- und Kulturorganisationen zu Gemeingütern in ländlichen Regionen. Außerdem ist er Mitglied im kuratorischen Beirat der landesweiten Plattform Klimakultur Tirol sowie Teil des offenen Kulturraums Openspace Innsbruck, für den er kürzlich eine Programmreihe, u.a. in Zusammenarbeit mit D–Arts Projektbüro für Diversität, mitgestaltete. 2023 und 2025 war Reisigl Ko-Kurator der Symposien Kultur im Dorf/Dorfkultur von TKI – Tiroler Kulturinitiativen zu Fragen kultureller Regionalentwicklung u.a. in Kooperation mit TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel und Austragung in Wattens. Als Vorstandsmitglied des dortigen Kulturverein Grammophon war er zudem am Aufbau des Kultur- und Gemeinschaftshauses Neuwirt beteiligt. Von 2015 bis 2019 war Reisigl als Produzent des Orchester KOMPART bundesweit für die Realisierung von Konzerten und Musikperformances verantwortlich, darunter 2018 für die Oper Stillhang bei den Tiroler Festspielen Erl. Reisigl studierte Bildende Kunst und Design an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, der Cooper Union School of Art in NYC und war er Teil der praxisorientierten Forschungsumgebung MA Practice Held in Common an der ArtEZ University of the Arts in Arnhem mit Fokus auf solidarische Ökonomien. Reisigl ist Mitbegründer der para-akademischen Studiengruppe Strategies of Relationality zu relationaler Praxis in Kunst und Design und hat Fortbildungen zu Gewaltfreier Kommunikation (GfK), Art of Hosting, Permakultur und nachhaltiger Arbeitskultur absolviert. Seine Vortrags- und Lehrtätigkeit führte ihn zuletzt zu einer Konferenz von SARN – Swiss Artistic Research Network nach Tschlin und zum Symposium Care for Margins – Practices of Art Residentiality in Marginal Areas nach Topolò (IT). Im Sommer eröffnet ein Beitrag des Alpine Changemaker Network zur Fort Biennale 2026 in Franzensfeste, IT.

Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei
Bettina Siegele, PhD, Email: siegele@kuveti.at, Tel.: +43(0)512-581133