KURATORINNENFÜHRUNG MIT BARBARA MAHLKNECHT: Landschaften der Unruhe: Körper, Erinnerungen, Aufstand
Bita Bell, Kandis Friesen, Jeanna Kolesova, Olia Sosnovskaya

Rundgang durch die Ausstellung Landschaften der Unruhe: Körper, Erinnerungen, Aufstand im Kunstpavillon mit Barbara Mahlknecht.
Die Künstler*innen Vereinigung Tirol lädt am Mittwoch 10.06.2026 um 18.00 Uhr bei freiem Eintritt zum Ausstellungsrundgang im Kunstpavillon ein.
Während dem Rundgang durch die Ausstellung erhalten Sie Einblicke zu den künstlerischen Positionen und die kuratorischen und theoretischen Überlegungen hinter der Ausstellung.
Die Ausstellung vereint Arbeiten der 2025–26 Fellows Bita Bell, Kandis Friesen, Jeanna Kolesova und Olia Sosnovskaya. Die Künstler*innen spüren Formen von Widerstand und Erinnerung im Spannungsfeld von Imperialismus, Extraktion und kolonial-kapitalistischer Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart nach. Sie erforschen, wie Körper, Landschaften und architektonische Ruinen Zeuginnen sind, aber auch zu Schauplätzen von Unruhe und Aufstand werden können.
Bita Bells Arbeit setzt sich mit Solo-Protest-Performances im öffentlichen Raum auseinander. Durch Schreiben und Bewegung begreift sie Choreografie als Muster sozialen Verhaltens, das aufzeigt, wie Orientierung, Stille, Dauer, Wiederholung und Spuren die Beziehungen zwischen Körpern, Räumen und ihren Kräften neu ordnen. Kandis Friesens Forschung folgt den materiellen und ephemeren Spuren des 1959 geschlossenen ehemaligen sowjetischen Gulag-Lagers Karlag in Karaganda, wo Architektur, Landschaft und Klang historische Erinnerungen bewahren und weitergeben; Jeanna Kolesovas filmische Arbeit begreift Feuchtgebiete und Moorlandschaften als ökologische, politische und kulturelle Archive gewaltvoller Zerstörung ebenso wie möglicher Widerstandsfähigkeit, die sich filmisch in der Figur des Sumpfgeistes verkörpern; und Olia Sosnovskayas Forschungsprojekt begreift den Białowieża-Wald als umkämpften historischen Raum – geprägt von imperialem Verfall, Partisanenaufständen und der „Flüchtlingskrise“ seit 2021 – und untersucht ihn künstlerisch als Archiv von Rohstoffabbau, Grenzregimen sowie als Ort von Wissen und Revolte.
Die Ausstellung zeigt, wie kollektive und individuelle Erinnerung in Körpern, Landschaften, Architekturen sowie in mündlicher Überlieferung, Liedern und geisterhaften Spuren fortlebt – und wie sie, nicht zuletzt durch künstlerische Imagination, als Kraft von Unruhe, Aufstand und Widerstand wirksam werden kann.
Nähere Informationen zur Ausstellung hier.
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Kunstpavillon