Landscapes of Unrest: Bodies, Memories, Revolt

Bita Bell, Kandis Friesen, Jeanna Kolesova, und Olia Sosnovskaya

Bild eines Waldes mit blauem Licht, rote Linien auf dem Bild
Olia Sosnovskaya, Białowieża Forest (song), 2026

Landscapes of Unrest: Bodies, Memories, Revolt

Bita Bell, Kandis Friesen, Jeanna Kolesova und Olia Sosnovskaya

Kuratiert von Barbara Mahlknecht

Die Ausstellung vereint Arbeiten der 2025–26 Fellows Bita Bell, Kandis Friesen, Jeanna Kolesova und Olia Sosnovskaya. Die Künstler*innen spüren Formen von Widerstand und Erinnerung im Spannungsfeld von Imperialismus, Extraktion und kolonial-kapitalistischer Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart nach. Sie erforschen, wie Körper, Landschaften und architektonische Ruinen Zeuginnen sind, aber auch zu Schauplätzen von Unruhe und Aufstand werden können.

Bita Bells Arbeit setzt sich mit Solo-Protest-Performances im öffentlichen Raum auseinander. Durch Schreiben und Bewegung begreift sie Choreografie als Muster sozialen Verhaltens, das aufzeigt, wie Orientierung, Stille, Dauer, Wiederholung und Spuren die Beziehungen zwischen Körpern, Räumen und ihren Kräften neu ordnen. Kandis Friesens Forschung folgt den materiellen und ephemeren Spuren des 1959 geschlossenen ehemaligen sowjetischen Gulag-Lagers Karlag in Karaganda, wo Architektur, Landschaft und Klang historische Erinnerungen bewahren und weitergeben; Jeanna Kolesovas filmische Arbeit begreift Feuchtgebiete und Moorlandschaften als ökologische, politische und kulturelle Archive gewaltvoller Zerstörung ebenso wie möglicher Widerstandsfähigkeit, die sich filmisch in der Figur des Sumpfgeistes verkörpern; und Olia Sosnovskayas Forschungsprojekt begreift den Białowieża-Wald als umkämpften historischen Raum – geprägt von imperialem Verfall, Partisanenaufständen und der „Flüchtlingskrise“ seit 2021 – und untersucht ihn künstlerisch als Archiv von Rohstoffabbau, Grenzregimen sowie als Ort von Wissen und Revolte.
Die Ausstellung zeigt, wie kollektive und individuelle Erinnerung in Körpern, Landschaften, Architekturen sowie in mündlicher Überlieferung, Liedern und geisterhaften Spuren fortlebt – und wie sie, nicht zuletzt durch künstlerische Imagination, als Kraft von Unruhe, Aufstand und Widerstand wirksam werden kann.

Eröffnung: 
Donnerstag, 21.05.2026, 18.30 mit der Peformance If not me, then you? von Bita Bell
Begrüßung: Benjamin Zanon (Vorstandsmitglied)
Einführung: Barbara Mahlknecht